TU Braunschweig
Öffentliche Veranstaltung: Automation and Creativity: Practice, Aesthetics and Reception of the Digital in Music and Literature (Online Conference) - Forum
Donnerstag, 8. Oktober 2020 | Thursday, October 8, 2020
13:00–13:20 Live Talk (will be slightly different from the pre-recorded video version here)
13:20–14:00 Discussion (w/ Hannes Bajohr)



Abstract (German)
Interaktive Texte, die aus der Linearität ausbrechen und dem Leser bedeutsame Entscheidungen über den Verlauf der Erzählung ermöglichen, existieren als "Gamebook" seit den 30er-Jahren. Erst mit dem Computer jedoch konnten sich daraus wirklich interaktive Textsorten entwickeln. Das Textadventure machte aus dem Rezipienten einen Akteur, aus dem Leser einen Spieler und aus dem linearen Text eine erforschbare Textwelt. Das Genre hat in letzter Zeit wieder viel Aufmerksamkeit erfahren und neue Formen hervorgebracht, wie KI-generierte Textadventures, kollaborativ geschriebene Texte oder Chat-Bots. Diese Neuerfindung des Lesers macht aber auch eine völlig andere Art des Schreibens notwendig. In diesem Vortrag soll dem Lesen und Schreiben dieser Textsorten nachgegangen und ein praktischer Blick auf neue Textgenese-Werkzeuge geworfen werden.

Abstract (English)
Interactive texts that break out of linearity and allow the reader to make significant decisions about the course of the narrative have existed as "gamebooks" since the 1930s. Only with the advent of the computer, however, could truly interactive types of text develop. The text adventure turned the recipient into an agent, the reader into a player and the linear text into a world of text that could be explored. Recently, the genre has received a lot of attention again and has produced new forms, such as AI-generated text adventures, collaboratively written texts or chat bots. This reinvention of the reader however, requires a completely different way of writing. In this lecture, we will explore the reading and writing of these types of texts and take a practical look at new text generation tools.


Dr. Christian Stein hat Germanistik und Informatik studiert, in der Literaturwissenschaft promoviert und ist seither im Grenzgebiet zwischen Geistes- und Technikwissenschaften tätig. Er ist beschäftigt am Exzellenzcluster Matters of Activity und leitet dort u.a. das Projekt Object Space Agency. Im 2019 abgeschlossenen Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung hatte er die Funktion der Schwerpunktleitung des 6 Projekte umfassenden Schwerpunkts Architekturen des Wissens inne und ist Mitgründer des gamelab.berlin, das sich mit dem Spiel als Kulturtechnik auseinandersetzt. Im Rahmen dessen hat er sich auf die Entwicklung von Spiele-Prototypen im Bereich Museen und Medizin fokussiert. Dies inkludiert die Entwicklung von innovativen Museumsspielen (z.B. game+ultra und Mein Objekt im Humboldt Forum ) und VR-Anwendungen (z.B. Neurosurgery 360 und Kenia VR). Neben der Ausrichtung auf Spiele beschäftigt er sich mit künstlichen und natürlichen Sprachen (Semantic Web und Modellierung) sowie einer interdisziplinären Theorie der Schnittstelle, zu der er gerade sein Habilitationsprojekt abschließt.

[Last edited by Dennis Fuchs - 11.11.20 - 17:19]
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Leonie Weiß
Tutor
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