TU Braunschweig
Öffentliche Veranstaltung: Automation and Creativity: Practice, Aesthetics and Reception of the Digital in Music and Literature (Online Conference) - Forum
Wednesday, October 7th, 2020
16:30–16:50 Screening
16:50–17:10 Diskussion

 


Abstract
Der Vortrag gibt einen Einblick in die medienwissenschaftliche Diskussion. Thematisiert wird, inwiefern die Medienwissenschaft zu einer Aufklärung der sozialen und kulturellen Folgen von KI beitragen kann. Im ersten Schritt wird die These formuliert, dass insbesondere neuere Entwicklungenim Bereich von Machine Learning einem ‚medialen Apriori‘ verpflichtet sind – Medien also eine zentrale epistemische Rolle für die Entwicklung von KI spielen. Dies wird auf die These hin zugespitzt, dass insbesondere Mediendifferenzen als entscheidend für die Hervorbringung avancierter Formen von KI anzusehen sind. Unter Einbindung auch älterer Thematisierungen von KI in der Medienwissenschaft seit Mitte der 1990er-Jahre wird erläutert, dass eine medientheoretische Perspektive auf diese Weise bei der Analyse und Diskussion der soziotechnischen Konsequenzenvon KI eine entscheidende Rolle spielt. Gegenwärtige Diagnosen eines ‚post-medialen‘ Zeitalters, das sich vorgeblich aus der Entwicklung von digitalen Medien und insbesondere der durch KI freigesetzten Automatisierungspotenziale ergibt, erscheinen vor diesem Hintergrund problematisch.

Abstract (English)

The talk will give an insight into the media studies discussion. It focuses on the extent to which media studies can contribute to the clarification of the social and cultural consequences of AI. In a first step, the hypothesis will be formulated that new developments in the field of machine learning in particular are obliged to a 'media a priori' - media thus play a central epistemic role in the development of AI. This is sharpened to the claim that media differences in particular are to be regarded as decisive for the development of advanced forms of AI. By also including older discussions of AI in media studies from the middle of the 1990s onwards, it is explained that a media-theoretical perspective thus plays a decisive role in the analysis and discussion of the socio-technical consequences of AI. Against this backdrop, current diagnoses of a 'post-media' age, which allegedly results from the development of digital media and especially the automation potential generated by AI, appear problematic.



Christoph Ernst, PD Dr., arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des DFG-Projektes „Van Gogh TV. Erschließung, Multimedia-Dokumentation und Analyse ihres Nachlasses“ (Prof. Dr. Jens Schröter) in der Abteilung Medienwissenschaft der Universität Bonn. Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Diagrammatik & Medienästhetik der Informationsvisualisierung; Theorie digitaler Medien, insb. Interfaces, Kognition & implizites Wissen; Medientheorie/-philosophie,insb. Imagination und Zukunft; Ästhetik & Theorie audiovisueller Medien (Film & Fernsehen). Letzte Veröffentlichung: Diagrammatik – Ein interdisziplinärer Reader, hrsg. mit Birgit Schneider und Jan Wöpking, Berlin: De Gruyter 2016, Zukünftige Medien – Eine Einführung, Wiesbaden:Springer VS 2020 (mit Jens Schröter), Diagramme zwischen Metapher und Explikation – Studien zur Medien- und Filmästhetik der Diagrammatik, Bielefeld: transcript 2020 (im Drucksatz). Weiteres: www.christoph-ernst.com

Andreas Sudmann, PD Dr., lehrt und forscht als Privatdozent für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Dort leitet er das DFG-Projekt „Medien und Infrastrukturen der Künstlichen Intelligenz. Computer Vision, Transfer Learning und Künstliche Neuronale Netzwerke als Black Box“. Ferner fungiert er aktuell als Koordinator des Forschungverbundes „How is AI Changing Science? Research in the Era of Learning Algorithms“ (VW Stiftung). Zuletzt war er Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien sowie 2019 Vertretungsprofessor für audiovisuelle Transferprozesse der Universität Marburg. Forschungsschwerpunkte: Mediengeschichte und Medientheorie der Künstlichen Intelligenz, insb. maschinelle Lernverfahren; Ästhetik und Politik (digitaler) Bildmedien; Medienkritik; Formen und Verfahren des Dokumentarischen in der Medienkultur. Publikationen: The Democratization of Artificial Intelligence. Net Politics in the Era of Learning Algorithms (Hg., transcript/Columbia Univ. Press 2019),

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